Superfoods – Der Gesundheitsbooster?

Immer wieder kursieren so genannte Superfoods als das Non-Plus-Ultra für unsere Gesundheit. Sie versprechen viel. Eine herausragende Nährstoffversorgung und gesundheitsförderliche Wirkungen durch besondere Inhaltsstoffe. Doch was ist wirklich dran? Sind Superfoods der optimale Gesundheitsbooster für uns?

Was ist überhaupt ein Superfood?

Als Superfood werden häufig exotische, pflanzliche Lebensmittel bezeichnet, die einen besonders hohen Nährstoffgehalt und einen hohen Anteil an gesundheitsförderlichen Inhaltsstoffen haben. Sie sollen dabei in ihrem Nährstoffgehalt unter anderen Lebensmitteln herausstechen und deshalb eine besonders positive Wirkung bei einem regelmäßigen Verzehr haben.

Was spricht für den Einsatz von Superfoods?

Superfoods können durchaus einen vollwertigen, pflanzlichen Ernährungsstil bereichern und Abwechslung auf dem Teller bringen. Viele Superfoods enthalten tatsächlich wertvolle Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Teilweise werden Superfoods zudem traditionell zur Heilung oder Prävention von Erkrankungen eingesetzt (z.B. in der TCM).

Die Gojji Beere wird beispielsweise in der TCM zur Behandlung von Hypertonie, Hyperglykamie und Augenerkrankungen eingesetzt. Zudem finden sie Verwendung als Immunstimulans und zur Unterstützung der Leber- und Nierenfunktion. Die oft als Wunderbeere hervorgehobene getrocknete Frucht besitzt einen hohen Gehalt an Vitamin C und Eisen. Außerdem ist sie besonders reich an Carotinoiden und dem Polysaccharid LPD, was der kleinen Beere ein äußerst hohes oxidatives Potenzial verleiht.

Die kleinen und derzeit häufig verwendeten Chiasamen waren bereits für die Maya ein Grundnahrungsmittel. Chiasamen zeichnen sich insbesondere durch einen hohen Gehalt der essentiellen Omega-3-Fettsäure aus. Zudem sind sie sehr Ballststoffreich und enthalten eine Bandbreite an Mineralien. In gemahlenem Zustand erhöhen sie wissenschaftlich bewiesen den Spiegel an Omega-3-Fettsäuren. Ihr Einsatz kann also einen wertvollen Beitrag zu der Versorgung mit der essentiellen Fettsäure liefern.

Was spricht gegen den Einsatz von Superfoods?

Für viele Superfoods fehlen jedoch wichtige wissenschaftliche Belege. Oder sie werden durch einzelne Ergebnisse in ein besonderes Licht gerückt. Häufig werden Informationen zu den sogenannten Superfoods über gewerbliche Anbieter verbreitet. Beim Verkauf helfen hauptsächlich Geschichten und Erfahrungsberichte über alte Urvölker. Hinzu kommt, dass die Superfoods meistens auch einen super (hohen) Preis haben, sodass anzunehmen ist, dass der Vertrieb der Produkte vielmehr im Vordergrund steht als die eigentlich gesundheitsförderlichen Eigenschaften.

Denn was verkauft sich besser? Ein exotisches, neues Superfood, welches alle deine Gesundheitsprobleme lösen soll, oder der Grünkohl aus dem Bioladen von nebenan?

Was sind heimische Alternativen?

Auch die langen Transportwege für die Superfoods sprechen nicht gerade für deren Konsum. Jedoch lässt sich für fast jedes Superfood auch die passende heimische Alternative finden. Heimische, pflanzliche Lebensmittel sind ebenso reich an wichtigen Vitaminen, Mineralien, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Auch in unseren Breitengraden werden viele Pflanzen traditionell zur Behandlung und Prävention von Erkrankungen eingesetzt.

Beispielsweise finden wir in der leckeren, schwarzen Johannisbeere eine hervorragende Alternative zur Gojji Beere. Die schwarze Johannisbeere enthält ebenso reichlich Vitamin C und gesundheitsförderliche sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavinoide. Auch zur Deckung des Omega-3-Bedarfs haben wir mit den Leinsamen eine wunderbare heimische Pflanze, die in ihrem Fettsäureverhaltnis sogar etwas besser abschneidet als die Chiasamen.

Eine ganz besondere Nährstoffbombe stellt unser heimischer Grünkohl dar, welcher in früheren Zeiten auch gern als Heilpflanze Anwendung fand. Der Grünkohl ist besonders reich an Protein, Ballaststoff, Kalzium und Eisen. Frisch zubereitet (als knackige Blätter in Salaten oder leicht gedünstet) ist er somit ein wertvoller Nährstofflieferant in einer vollwertigen, pflanzlichen Ernährung.

Tipps zum Kauf und Konsum von Superfoods

Was kannst du also beachten, um die in eine Werbefalle für angeblich besonders tolle Superfoods zu fallen? Folgende Tipps können dir dabei helfen zu entscheiden, ob du ein Superfood kaufen möchtest oder nicht:

  1. Werbung mit herausragenden Nährstoffgehalten und gesundheitsförderlichen Effekten kritisch hinterfragen
  2. Ökologische Aspekte zum Transport und Anbau berücksichtigen
  3. Wenn möglich, lieber auf heimische Alternativen zurückgreifen

Nichtsdestotrotz können Superfoods durchaus deine Ernährung bereichern. Die hier vorgestellte Superfoods und ihre heimische Alternativen dienen nur als Beispiele. Auf dem Markt befindet sich eine Vielzahl weiterer Superfoods, die deine Ernährung an der ein oder anderen Stelle interessanter machen können. Du solltest jedoch nicht auf ihren Konsum fokussieren, sondern lieber eine gesunde, abwechslungsreiche und vollwertige Ernährung mit heimischen Lebensmitteln anstreben. Damit gewinnst du sowohl für dich als auch für deine Umwelt gesundheitliche Vorteile.

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