Hand mit wilden Blaubeeren

Pflanzlich vollwertige Ernährung – Was spricht dafür?

Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit den gesundheitlichen, ökologischen und ethischen Aspekten ihrer Ernährungsform. Alternative Ernährungsformen liegen im Trend. Vor allem die Formen fleischfreier Ernährung haben in den letzten Jahren zugenommen. Insbesondere der Anteil an Veganern ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Während sich in 2008 noch unter 80.000 Menschen in Deutschland vegan ernährt haben, sind es bereits 1,3 Millionen Personen – Tendenz steigend. Einer der tragenden Gründe für den Fleischverzicht ist der Tierschutz [1], jedoch stecken hinter einer vollwertigen pflanzlichen Ernährung deutlich mehr Facetten.

Was ist eine pflanzlich vollwertige Ernährung?

Eine vollwertige pflanzliche Ernährung beinhaltet unverarbeitete pflanzliche Nahrungsmittel. Dazu gehören unter anderem Obst, Gemüse, Stärkeprodukte (wie Vollkorngetreide, Kartoffeln und Vollkornreis), Hülsenfrüchte sowie Nüsse und Samen.

Ziel einer vollwertig pflanzlichen Ernährung ist eine gesunde Nährstoffverteilung durch eine Bandbreite an vollwertigen pflanzlichen Nahrungsmitteln zu erreichen.

Was bedeutet Veganismus?

In der veganen Ernährung werden alle tierischen Produkte ausgeschlossen. Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Milch und deren Produkte, Eier, Honig und tierische Zusatzstoffe (z. B. Gelatine, echtes Karmin, tierische Fette) werden von vegan leben Personen strikt gemieden. Somit haben die vegane und die vollwertig pflanzliche Ernährung dieselben pflanzlichen Grundnahrungsmittel.

Jedoch muss eine vegane Ernährung per se nicht gesund gestaltet sein. Denn über die pflanzlich vollwertigen Lebensmittel hinaus gibt es eine Vielzahl an stark verarbeiteten Produkten (Kekse, Chips, Sojawürstchen etc.), welche zu den veganen Lebensmitteln zählen. Eine vollwertig pflanzliche Ernährung unterscheidet sich demnach teilweise an der Auswahl der Lebensmittel von anderen veganen Ernährungsformen und fokussiert eine gesundheitsbewusste Ernährung.

Der Begriff des Veganismus umfasst außerdem neben der Ernährung auch weitere Aspekte der Lebensführung, so dass alle Produkte und Praktiken gemieden werden, die in Verbindung mit dem Tierleid stehen. So wird unter anderem tierversuchsfreie Kosmetik verwendet und auch außerhalb der Ernährung auf tierische Produkte verzichtet.

Warum sollte ich mich vollwertig pflanzlich ernähren?
Gesundheitliche Gründe

Vollwertig pflanzliche Lebensmittel haben ein sehr gutes Verhältnis von essenziellen Nährstoffen (u.a. Mineralstoffen und Vitaminen) zu ihrer Nahrungsenergie. Einige gesundheitsförderliche Inhaltsstoffe sind vor allem – teils sogar ausschließlich – in vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. U.a. enthalten pflanzliche Lebensmittel komplexe Kohlenhydrate, Ballaststoffe und eine Fülle an Vitaminen und Mineralstoffen. Sekundäre Pflanzenstoffe können ebenfalls gesundheitsförderlich wirken und kommen, wie der Name es bereits sagt, nur in Pflanzen vor.

Problematische Inhaltsstoffe tierischer Herkunft (Cholesterin, gesättigte Fettsäuren, Purine) sind hingegen in pflanzlichen Produkten nicht oder nur in geringen Mengen enthalten.

Ethische Gründe

Aus ethischer Sicht sind pflanzliche Lebensmittel den tierischen vorzuziehen. Die intensive Tierhaltung führt zu einem extremen Leid von Tieren, Menschen, deren Umwelt und unseren Nachkommen. Falls du dich weiter mit den ethischen Aspekten pflanzlicher Ernährung beschäftigen möchtest, kann ich dir die Dokumentationen „Earthlings“ und „Cowspiracy“ empfehlen. Verpackt in einen Spielfilm beschäftigt sich auch der Film „Okja“ mit den ethischen Aspekten des Konsums tierischer Produkte.

Umweltschutz

Die Folgen der Intensivtierhaltung schlagen sich vor allem in ihrer Umwelt(un)verträglichkeit nieder. So entstehen durch die Verwendung der in der Intensivtierhaltung entstandenen Gülle und des Mist Nitrat und Phosphat Einträge in die Böden, welche in dessen Folge eine Überversorgung des Erdreichs sowie eine Anreicherung im Grundwasser hervorrufen können. Auch Antibiotikarückstände können auf diese Weise in die Umwelt gelangen.

Zudem trägt die Intensivtierhaltung einen großen Anteil zu den treibhauswirksamen Schadstoffemissionen bei. Es entfallen ca. 33% der Schadstoffemissionen auf die Argar- und Ernährungswirtschaft, wobei davon 75% auf die Produktion trierischer Produkte zurückzuführen sind [2].

Auch hinsichtlich des Energie- und Ressourcenverbrauchs schneiden tierische Produkte deutlich schlechter ab. So wird deutlich mehr Wasser für die Produktion von Fleisch im Vergleich zu ausgewählten pflanzlichen Produkten benötigt [3].

Durch sogenannte Veredelungseffekte sind auch Verluste an Energie in Form von Lebensmitteln zu verzeichnen. So wird z.B. für die Herstellung von 1kg Rindfleisch im Durschnitt 7 kg Getreide benötigt. Bei Schweinefleisch sind es immerhin noch 4 kg Getreide und bei Geflügel 2kg [4].

Jeder kann etwas tun

Wir haben das Glück in einer Gesellschaft zu leben, in der es sehr einfach ist an ausreichend und nährstoffdeckende pflanzliche Lebensmittel zu gelangen. Ganz egal wo du anfängst, nutze die Gelegenheit und denke über deine Ernährung einen Moment nach. Kannst du dir vorstellen dir selbst und deiner Umwelt etwas Gutes zu tun, indem du die vollwertige pflanzliche Ernährung in deinen Alltag integrierst?

Wenn du mit einem klaren „JA“ antwortest und noch Unterstützung für deinen Start suchst, lade dir doch meine kostenlosen Tipps zum Einstieg in eine vollwertige pflanzliche Ernährung runter.

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Quellen:

1 Skopos (2016): 1,3 Millionen Deutsche leben vegan.
Online unter: https://www.skopos-group.de/news/13-millionen-deutsche-leben-vegan.html [11.07.2019]

2 Meier, T. (2013): Umweltwirkungen der Ernährung auf Basis nationaler Ernährungserhebungen und ausgewählter Umweltindikatoren. Dissertationsschrift Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale).

3 Leitzmann, C.; Keller, M. (2013) Vegetarische Ernährung. 3. Aul. Stuttgart, UTB GmbH.

4 Horrigan, L., Lawrense, R.S., Walker, P. (2002). How sustainable agriculture can address the environmental and human health harms of industrial agriculture. Environ Health Perspect 110, 445-456.

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